Radball-WM 2026 in Ludwigsburg: Alle Nationen, Gruppen und Spieler
Das Teilnehmerfeld der Radball-WM 2026 in Ludwigsburg steht. Laut dem Wettkampfformat, das die UCI am 11. Oktober veröffentlicht hat, spielen in der MHPArena 14 Nationen um die Titel: acht in der Elite-Liga der Männer, sechs in der Challenger-Liga und drei Teams bei den Frauen. Die Elite-Liga ist in zwei Vierergruppen geteilt. Gruppe A bilden Deutschland, Frankreich, Japan und Belgien, Gruppe B Österreich, die Schweiz, Tschechien und Ungarn. Belgien ist neu in der Elite-Liga: Es gewann 2025 die Challenger-Liga und danach das Relegationsspiel gegen die Slowakei mit 3:2. Die Slowakei tritt deshalb in der Challenger-Liga an, in Gruppe A mit Hongkong und Großbritannien; Gruppe B bilden Armenien, Italien und Malaysia. Bei den Frauen sind Deutschland, die Schweiz und Japan gemeldet, Tschechien – 2025 noch Vierter – fehlt. Die vorläufigen Meldelisten wollte die UCI am 14. Oktober veröffentlichen, am 15. Oktober waren sie noch nicht online. Die Spielernamen in diesem Überblick stammen deshalb aus den Nominierungen der nationalen Verbände und aus Berichten über die Qualifikationsturniere.
Gastgeber Deutschland startet ohne seine Weltmeister. Raphael Kopp und Bernd Mlady, Titelträger 2024 und 2025, haben ihre internationale Laufbahn nach dem Weltcup-Finale am 6. Dezember 2025 in Hofen beendet, wie die UCI berichtete. German Cycling hat am 12. Oktober Michael Birkner und Robert Mlady vom RMC Stein für die Männer nominiert, Ersatz sind Jannes Müller und Simon Becker vom RV Gärtringen. Birkner und Mlady gewannen zuletzt die Weltcup-Runde in Elzach, im Finale mit 5:0 gegen die Franzosen Mathias und Quentin Seyfried. Bei den Frauen gehen Judith Wolf und Danielle Holzer von der SG Hofen/Prechtal als Titelverteidigerinnen an den Start. Die beiden sind Weltmeisterinnen von 2024 und 2025 und schlugen im Finale von Göppingen die Schweizerinnen Sava Baumann und Chiara Dotoli mit 6:1. Auch in Elzach siegten sie, im Endspiel mit 4:1 gegen Winterthur. In der Gruppenphase trifft das deutsche Männer-Duo auf Frankreich, Japan und Belgien; das Duell mit Frankreich ist das vierte Spiel des Turniers.
In Gruppe B trifft Vizeweltmeister Österreich schon im dritten Spiel auf die Schweiz. Cycling Austria schickt Patrick Schnetzer und Markus Bröll vom RV Dornbirn, die zwischen 2013 und 2019 sechsmal gemeinsam Weltmeister wurden. Schnetzers Partner der vergangenen Jahre, Stefan Feurstein, ist verletzt; mit Bröll holte Schnetzer laut vol.at in diesem Jahr bereits EM-Gold in Amorbach. Den WM-Startplatz sicherten sich die beiden als Österreichische Meister, nachdem sie Anfang Oktober das Finalturnier in Koblach gewonnen hatten. Ersatz sind Pascal Fontain und Patrick Köck, ebenfalls vom RV Dornbirn. Für die Schweiz spielen nach Berichten des Urner Wochenblatts und der Urner Zeitung Timon und Yannick Fröhlich aus Altdorf: Die Brüder wurden am 3. Oktober in Altdorf Schweizer Meister und lösten damit das Ticket für Ludwigsburg. 2023 holten sie WM-Silber, 2025 Bronze. Eine offizielle Schweizer Delegationsliste lag Mitte Oktober noch nicht vor, auch nicht für die Frauen. Schweizer Meisterinnen 2026 sind Sava Baumann und Chiara Dotoli vom RC Winterthur, WM-Zweite von 2024 und 2025.
Frankreich hat am 5. Oktober die Brüder Mathias und Quentin Seyfried vom VCE Dorlisheim nominiert. Als Ersatz stehen Thomas Leclerc und David Luck vom selben Verein bereit, Trainer ist Luc Doell. Die Seyfrieds wurden 2025 WM-Vierte, Quentin Seyfried gewann 2015 in Johor Bahru bereits WM-Bronze. Tschechien vertreten Jiří Hrdlička st. und Jan Kripner vom SC Svitávka, wie der tschechische Radsportverband ČSC mitteilt. Sie gewannen am 26. September in Zlín das Finale der tschechischen Meisterschaft mit 5:4, schon der Einzug ins Endspiel hatte ihnen die WM-Nominierung gesichert. Hrdlička war 2003 und 2008 Weltmeister, für Kripner ist es die erste WM. Japan hat seine Teams noch nicht offiziell benannt. Die Japanische Meisterschaft, die zugleich als WM-Ausscheidung diente, gewannen am 30. August Yusuke Murakami und Noboru Tokuhiro (RSV Kobe 1) sowie bei den Frauen Nana Yamashita und Kana Murabayashi (KNV). Murabayashi holte 2023 WM-Silber, Yamashita 2025 Bronze.
Für Ungarn und Belgien sind noch keine Namen veröffentlicht. Ungarn wurde 2025 mit Vilmos Toma und Tamás Árendás Siebter, laut ungarischem Radsportverband das beste WM-Ergebnis des Landes. Belgien schaffte den Aufstieg mit Koen Uitterhaegen und Robby Gubbelmans. In der Challenger-Liga geht es um einen Platz in der Elite-Liga 2027: Ihr Sieger spielt gegen den Verlierer des Duells der beiden Gruppenletzten der Elite-Liga. Auch dort hat bisher keine Nation ihre Spieler bekanntgegeben. 2025 traten für die Slowakei Ján Holár und Martin Kobeš an, für Armenien Arnak Mkhitaryan und Artak Voskanyan, für Hongkong Wing Tai Ho und Ka Kin Kenny Chan, für Malaysia Muhammad Dhiaulhaq Bin Zulkifli und Muhamad Zikri Dahalan und für Großbritannien Jenson Harris und Mark Percival. Armenien wurde damals Zweiter, Hongkong Dritter. Italien war bei den beiden vorigen Weltmeisterschaften nicht dabei; beim Weltcup in Elzach trat es im Oktober mit Renato und Elia Bianco an.
Gespielt wird von Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 1. November. Am Freitag und Samstag stehen Spiele aller Kategorien auf dem Programm, am Samstag fallen die Entscheidungen der Challenger-Liga, am Sonntag folgen die letzten Spiele der Männer und die Finals der Männer und Frauen; die Eröffnungsfeier ist am Freitagabend. Den Auftakt macht Japan gegen Belgien, danach folgen Tschechien gegen Ungarn, Österreich gegen die Schweiz und Deutschland gegen Frankreich. Nach den Gruppenspielen treffen in einer zweiten Runde die Gleichplatzierten beider Gruppen aufeinander. Der Sieger des Spiels der beiden Gruppenersten zieht direkt ins Halbfinale ein, die anderen drei Halbfinalisten werden in Viertelfinals ermittelt. Die drei Frauenteams spielen zweimal jeder gegen jeden, die beiden Besten bestreiten das Finale. Ursprünglich war die WM vom 16. bis 18. Oktober in Derby geplant; nach der Absage dort hat German Cycling die Ausrichtung kurzfristig übernommen. Karten gibt es über die offizielle WM-Website rad-wm.com.