Regelwerk

Radball-Regeln

Radball ist schnell, und die Regeln sind es auch: eine Hand am Lenker, ein Fuß auf dem Pedal, der Ball nur mit dem Rad oder dem Kopf. Diese Seite fasst das internationale Reglement der UCI für Zweier-Radball (Teil 8 des UCI-Reglements, Stand 1. Januar 2026) verständlich zusammen – von den Maßen des Spielfelds bis zum 4-m-Schießen. Sie ersetzt das Reglement nicht, aber sie reicht, um jede Szene eines Spiels zu verstehen.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Zwei gegen zwei auf 14 × 11 Metern, rundherum eine Bande, Tore 2 × 2 Meter.
  • Zwei Halbzeiten zu 7 Minuten (Elite), dazwischen höchstens 2 Minuten Pause.
  • Der Ball wird mit dem Rad oder dem Kopf gespielt – nie mit Hand oder Fuß. Nur der Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen.
  • Beim Spielen des Balls muss eine Hand am Lenker und ein Fuß auf dem Pedal sein.
  • Wer den Boden berührt oder sich abstützt, ist raus, bis er hinter seiner eigenen Torlinie war.
  • Nur ein Verteidiger darf im eigenen Strafraum stehen, nur ein Angreifer im gegnerischen – und der nur, solange der Ball dort ist.
  • Vergehen außerhalb des Strafraums: Freischlag, Gegner 4 Meter weg. Vergehen im eigenen Strafraum und grobe Fouls: 4-m-Ball.
  • Ein Tor zählt, wenn der Ball ganz hinter der Torlinie ist. Sieg 3 Punkte, Unentschieden 1.

Inhalt: Spielfeld, Tor und Markierungen · Ball, Rad und Kleidung · Mannschaft, Spielzeit und Wertung · Anstoß, neutraler Ball und Vorteil · Den Ball spielen · Bodenberührung: Wer absteigt, muss hinter die eigene Torlinie · Wann ein Tor zählt · Aus, Abstoß und Eckball · Torwart und Strafraum · Freischlag · 4-m-Ball (Strafstoß) · Verwarnung, gelbe und rote Karte · Fünfer-Radball und Rasenradball · Häufige Fragen

Spielfeld, Tor und Markierungen

Das Spielfeld misst international 14 × 11 Meter; national darf es bis auf 12 × 9 Meter verkleinert werden. Rundherum steht eine 30 Zentimeter hohe Bande, um 65 bis 70 Grad nach außen geneigt, mit abgerundeter Oberkante und nicht am Boden befestigt. Der Ball prallt von ihr zurück ins Spiel – Seitenaus gibt es nur, wenn er über die Bande fliegt. Hinter den Toren und an den Seiten bleibt ein Freiraum von mindestens 60 Zentimetern.

Die Tore sind innen 2 × 2 Meter groß, mit Netz und ebenfalls nicht am Boden befestigt. Vor jedem Tor liegt der Strafraum: ein Halbkreis mit 2 Metern Radius um die Tormitte. Vier Meter vor der Torlinie liegen die Strafstoßmarke für den 4-m-Ball und die gestrichelte 4-m-Linie, über die der Torwart einen gefangenen Ball nicht hinauswerfen darf. Die Eckpunkte für Eckbälle liegen zwei Meter vor der Torlinie und vier Meter seitlich der Tormitte. In der Feldmitte markieren Mittelpunkt und Mittelkreis den Ort für Anstoß und neutralen Ball.

  • Spielfeld: 14 × 11 m (national mindestens 12 × 9 m), Freiraum 0,60 m
  • Bande: 0,30 m hoch, 65–70° geneigt, Oberkante gerundet
  • Tor: 2 × 2 m innen, mit Netz
  • Strafraum: Halbkreis, Radius 2 m
  • Strafstoßmarke und 4-m-Linie: 4 m vor der Torlinie
  • Eckpunkte: 2 m vor der Torlinie, 4 m neben der Tormitte
  • Linien 3–5 cm breit, Punkte 10–15 cm Durchmesser

Ball, Rad und Kleidung

Der Ball hat eine Stoffhülle, 17 bis 18 Zentimeter Durchmesser und wiegt 500 bis 600 Gramm. Gefüllt ist er mit Tierhaar, meist Rosshaar, deshalb springt er kaum – Schüsse erreichen trotzdem weit über 60 km/h. Ob ein Ball spielbar ist, entscheidet der Schiedsrichter.

Das Radballrad ist im Reglement bis ins Detail beschrieben: Vorder- und Hinterrad gleich groß, zwischen 20 und 26 Zoll, mit Speichen – Scheibenräder sind verboten. Die Übersetzung muss so gewählt sein, dass eine Kurbelumdrehung 2,0 bis 3,2 Meter Weg ergibt. Der Lenker darf höchstens 38 Zentimeter breit sein, der Sattel höchstens 30 × 20 Zentimeter und muss direkt über dem Sitzrohr sitzen; ohne Sattel darf nicht gespielt werden. Das Tretlager liegt mindestens 22 Zentimeter über dem Boden, die Pedale tragen Gummi- oder Kunststoffkappen, Achsenden und Kettenspanner sind mit geschlossenen Muttern gesichert. Der starre Gang ohne Freilauf macht Rückwärtsfahren und Stehen im Tor möglich; gebremst wird über die Pedale.

Kleidung: Trikot, Hose, hohe Sportschuhe oder Knöchelschutz und Kniestrümpfe; Helm, Handschuhe und Schweißband sind erlaubt, Schmuck und Piercings nicht. Beide Spieler einer Mannschaft tragen die gleichen Trikots; sind beide Teams gleich gekleidet, wechselt eines.

Mannschaft, Spielzeit und Wertung

Eine Mannschaft besteht aus zwei Spielern. Feste Positionen gibt es nicht: Torwart ist, wer gerade im eigenen Strafraum steht, und beide dürfen das Tor verteidigen. Ein Ersatzspieler kann einen verletzten oder gesperrten Spieler ersetzen.

Die Spielzeit hängt von der Altersklasse ab: Elite und U23 spielen zweimal 7 Minuten, Junioren (U19) zweimal 6, alle Jüngeren zweimal 5 Minuten. Dazwischen liegen höchstens 2 Minuten Pause mit Seitenwechsel; bei Turnieren kann die Spielzeit auf zweimal 5 Minuten verkürzt werden. Die Uhr läuft bei Defekten am Rad weiter und wird bei Verwarnungen, Verletzungen und Unklarheiten angehalten. Zeitspiel wird bestraft: Nach dem Handzeichen des Schiedsrichters hat die Mannschaft rund 20 Sekunden für einen Angriff, sonst gibt es Freischlag am Mittelpunkt.

Ein Sieg bringt 3 Punkte, ein Unentschieden 1, eine Niederlage 0. Bei Punktgleichheit entscheidet die Tordifferenz, dann die Zahl der erzielten Tore. Geht es um Titel, Auf- oder Abstieg, folgt ein Entscheidungsspiel über eine Halbzeit (7, 6 oder 5 Minuten, Beginn mit neutralem Ball) und danach das 4-m-Schießen: Jeder Spieler schießt zweimal, dann wird abwechselnd weitergeschossen, bis ein Sieger feststeht.

Altersklassen: U15, U17, U19, U23 und Elite (ab 19 Jahren); maßgeblich ist der Jahrgang.

Anstoß, neutraler Ball und Vorteil

Vor dem Spiel wird gelost: Der Gewinner hat den Anstoß in der ersten Halbzeit, der Verlierer in der zweiten. Nach jedem Tor stößt die Mannschaft an, die das Tor kassiert hat. Der Ball liegt auf dem Mittelpunkt; vor dem Pfiff darf niemand im Mittelkreis und niemand im gegnerischen Strafraum stehen. Nach dem Pfiff fährt der Angreifer in den Kreis und darf den Ball auch mehrmals berühren; die Verteidiger dürfen erst nach der ersten Ballberührung hinein. Wer als Verteidiger zu früh im Kreis ist, kassiert einen Freischlag an der Mittellinie.

Bleibt der Ball am Rad oder am Körper hängen, trifft er die Hallendecke oder wird das Spiel ohne Regelverstoß unterbrochen, gibt es einen neutralen Ball am Mittelpunkt: Alle warten außerhalb des Mittelkreises, nach dem Pfiff darf jeder hin. Der Schiedsrichter kann Vorteil geben („Go on“) und ihn zurücknehmen, wenn er sich in derselben Szene nicht auszahlt.

Den Ball spielen

Der Ball wird mit dem Rad gespielt – mit dem Vorder- oder Hinterrad, im Stand, im Sprung, beim Rückwärtsfahren – oder mit dem Kopf. Ein Ball, der vom Rad oder vom Körper abprallt, gilt als gespielt. Dabei muss eine Hand am Lenker und ein Fuß auf dem Pedal sein; sonst zählt ein Tor nicht, und die Aktion kann weder Ecke noch 4-m-Ball einbringen – es geht mit Ball am rechten Eckpunkt weiter. Hände und Füße sind tabu (Handspiel); die einzige Ausnahme ist der Torwart im Strafraum.

Angegriffen wird nur der Ball, nie der Gegner oder sein Rad, und nur von der Ballseite (Zweikampf). Verboten sind Absperren und Rempeln, Festhalten, Anlehnen an Tor, Bande oder Gegner, Sperren des Laufwegs zum Ball, Blockieren des Balls an der Bande ohne gegnerischen Druck, lautes Rufen und Reklamieren. Vom Rad springen, um einen unerreichbaren Ball zu bekommen, ist ebenfalls nicht erlaubt.

Bodenberührung: Wer absteigt, muss hinter die eigene Torlinie

Wer stürzt, mit dem Fuß den Boden berührt oder sich an Bande, Tor, Ball, Mitspieler oder Gegner abstützt, ist nicht mehr spielberechtigt (abgestiegen). Um wieder mitzuspielen, fährt oder geht er sofort hinter seine eigene Torlinie und kommt auf derselben Seite zurück; dabei muss mindestens ein Rad die Torlinie außerhalb des Strafraums überqueren. Passiert es im eigenen Strafraum, muss er den Strafraum mit beiden Rädern verlassen und die Torlinie überqueren.

Greift ein nicht spielberechtigter Spieler trotzdem ein – hält den Gegner, berührt den Ball, stellt sich in den Weg –, gibt es Freischlag; im eigenen Strafraum 4-m-Ball. Ein abgestiegener Verteidiger, der im Strafraum bleibt und den Ball berührt oder den Angreifer behindert, verursacht ebenfalls einen 4-m-Ball.

Wann ein Tor zählt

Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie zwischen den Pfosten vollständig überquert hat – am Boden wie in der Luft zählt der Mittelpunkt des Balls hinter der Linie. Das Tor zählt auch, wenn der Schütze nach dem Schuss stürzt, und ein Eigentor zählt für den Gegner. Wird das Tor verschoben, gilt die gedachte Linie zwischen den Pfosten. Nach einem aberkannten Tor legt der Schiedsrichter den Ball auf den rechten Eckpunkt, und die verteidigende Mannschaft spielt weiter. Ein direktes Tor aus der Hand des Torwarts ist nicht möglich.

Aus, Abstoß und Eckball

Fliegt der Ball über die Seitenbande, legt ihn der Schiedsrichter einen Meter von der Bande entfernt ab; es spielt die Mannschaft, die ihn nicht ins Aus befördert hat. Der Gegner hält 2 Meter Abstand, gespielt wird ohne Pfiff, und der ausführende Spieler darf den Ball mehrmals berühren. Spielt die angreifende Mannschaft den Ball neben dem Tor über die Torlinie, kommt er auf den Eckpunkt dieser Seite, und die verteidigende Mannschaft spielt ohne Pfiff weiter – das ist der Abstoß. Nach dem Schlusssignal wird kein Aus mehr ausgeführt.

Einen Eckball gibt es, wenn ein Verteidiger den Ball – auch unabsichtlich, über Rad oder Körper – über die eigene Torlinie spielt. Er wird nach dem Pfiff vom Eckpunkt ausgeführt und darf nur einmal berührt werden; prallt er von Tor oder Bande zurück, darf ihn der Schütze erst wieder spielen, wenn ein anderer ihn berührt hat. Der Torwart steht mit beiden Rädern im Strafraum, sein Partner hinter der Mittellinie auf der dem Eckpunkt gegenüberliegenden Seite, außerhalb der 4-m-Linie und mindestens 4 Meter vom Ball entfernt. Der zweite Angreifer darf weder im Strafraum noch auf der anderen Seite zwischen Strafraum und 4-m-Linie stehen; die gedachte Linie zwischen Strafstoßmarke und Strafraummitte ist bis zur Ausführung für beide Seiten eine „Mauer“. Eckbälle werden auch nach Ablauf der Spielzeit ausgeführt („letzter Schlag“) – ein Tor zählt dann nur direkt oder nach einem Abwehrfehler.

Torwart und Strafraum

Torwart ist, wer im eigenen Strafraum steht. Beide Spieler dürfen das Tor verteidigen, aber nie gleichzeitig: Im eigenen Strafraum darf sich nur ein Spieler aufhalten. Im Strafraum ist, wer mit Rad oder Körper den Boden darin berührt. Der Torwart darf den Ball mit einer oder beiden Händen abwehren, wenn beide Räder im Strafraum sind, beide Füße auf den Pedalen und er spielberechtigt ist. Verstöße des Torwarts im Strafraum werden mit 4-m-Ball bestraft.

Einen gefangenen Ball darf er einmal aufprellen und wieder fangen; dann muss er ihn werfen oder schießen. Der Wurf darf nicht über die 4-m-Linie gehen – der Ball muss innerhalb von 3 Sekunden den Boden berühren – und nicht zum Mitspieler, solange der außerhalb der Linie ist. Abwehren mit den Händen, auch doppelt, ist erlaubt, und ein abgewehrter Ball darf über die Linie rollen; ein direktes Tor aus der Hand gibt es nicht.

Im gegnerischen Strafraum darf nur ein Angreifer stehen, und nur solange der Ball dort ist. Wird der Ball weggeschlagen, darf der Angreifer im Strafraum bleiben, solange er den Torwart nicht behindert – gewinnt seine Mannschaft den Ball zurück, gilt er als „Abseits“ und muss den Strafraum erst verlassen. Verstöße bringen einen Freischlag vom Abseitspunkt, dem Rand des Strafraums auf der Mittelachse. Stehen beide Angreifer im gegnerischen Strafraum, gibt es ebenfalls Freischlag vom Abseitspunkt, ausgeführt von einem Verteidiger mit einer einzigen Berührung.

Freischlag

Für Vergehen außerhalb des Strafraums gibt es einen Freischlag vom Tatort, mindestens einen Meter von der Bande entfernt. Der Verteidiger nimmt 4 Meter Abstand, dann pfeift der Schiedsrichter; wird der Abstand vor dem Schuss verkürzt, ist das ein neues Vergehen. Der Freischlag darf direkt aufs Tor gehen und nur einmal gespielt werden – der Schütze darf den Ball erst wieder berühren, wenn ein anderer Spieler ihn berührt hat; Pfosten und Bande zählen nicht. Liegt der Ball weniger als 4 Meter vom Torwart entfernt, steht der Torwart vor dem Pfiff parallel zur Torlinie und höchstens 15 Zentimeter davor, bis der Ball gespielt ist.

Auch nach dem Schlusssignal wird ein fälliger Freischlag ausgeführt („letzter Schlag“): Ein Tor zählt nur direkt oder durch einen Abwehrfehler, es gibt keine Ecke mehr, und die anderen Spieler dürfen nicht eingreifen – nicht einmal andeutungsweise. Verstöße gegen die Abwehrregeln bringen einen 4-m-Ball.

4-m-Ball (Strafstoß)

Der 4-m-Ball bestraft Vergehen im eigenen Strafraum – dazu zählt bereits, wenn Rad oder Körper des Verteidigers den Boden im Strafraum berühren – sowie schwere Vergehen außerhalb: die Notbremse gegen einen Angreifer, den man am Ball nicht mehr erreichen kann; das Eingreifen eines abgestiegenen Spielers, der geht, läuft, springt oder das Rad einsetzt; absichtliches Handspiel außerhalb des Strafraums; das Verschieben des Tors durch Verteidiger oder Trainer; Halten oder Ablenken des Balls ohne das Rad in der Hand; Behinderung beim Schuss aufs leere Tor; ein zweiter Verteidiger im eigenen Strafraum.

Ausführung: Der Ball liegt auf der Strafstoßmarke, 4 Meter vor dem Tor. Alle außer Schütze und Torwart stehen hinter der Marke; der zweite Verteidiger hält 4 Meter Abstand auf der dem Anlauf gegenüberliegenden Seite. Der Torwart steht mit beiden Rädern parallel zur Torlinie, höchstens 15 Zentimeter davor, und darf sich erst bewegen, wenn der Ball gespielt ist. Nach dem Pfiff muss der Schütze direkt aufs Tor schießen – ohne anzuhalten, zu bremsen oder am Ball vorbeizufahren; nur ein Schuss, kein Nachschuss nach Pfosten oder Torwart. Bewegt sich der Torwart zu früh, wird wiederholt; verstößt der Schütze, gibt es Freischlag für den Gegner. Ein 4-m-Ball wird auch nach Ablauf der Spielzeit noch ausgeführt.

Wie sich das anfühlt, zeigt unser Viermeterschießen im Browser: 20 Schüsse gegen den Torwart, mit Bestenliste.

Verwarnung, gelbe und rote Karte

Am Feld stehen mindestens zwei Kommissäre als Schiedsrichter, dazu Zeitnehmer und Schreiber. Bei unsportlichem Verhalten verwarnt der Schiedsrichter mündlich oder mit der gelben Karte: wiederholtes Kritisieren von Entscheidungen, Streit mit Gegner, Partner, Jury oder Publikum, wiederholtes Protestieren mit erhobener Hand, absichtliche Regelverstöße, Verlassen des Feldes ohne Grund. Dafür wird das Spiel unterbrochen und die Zeit angehalten.

Die zweite gelbe Karte bedeutet Rot: Der Spieler verlässt das Feld, und das Spiel wird mit 0:5 gegen seine Mannschaft gewertet, es sei denn, der Gegner führt schon höher. Bei grober Unsportlichkeit – Gewalt, Beleidigung des Schiedsrichters, den Ball nach ihm werfen, ihn anfahren oder schubsen – gibt es Rot ohne Vorwarnung. Auch Trainer können Gelb oder Rot sehen; bei Rot müssen sie die Halle verlassen. Wer nicht antritt, verliert 0:5. Zeitstrafen kennt das Zweier-Radball nicht.

Fünfer-Radball und Rasenradball

Im Fünfer-Radball (nationale Regeln des BDR) spielen fünf gegen fünf auf einem Handballfeld mit Handballtoren und Banden an den Längsseiten, zweimal 15 Minuten, mit fliegendem Wechsel. Ein gekennzeichneter Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen, höchstens drei Spieler einer Mannschaft dürfen gleichzeitig im Strafraum stehen, und der Strafstoß kommt aus sieben Metern. Wer den Boden berührt, muss sich nur vier Meter vom Ball entfernen statt hinter die Torlinie zu fahren; Freischläge im Strafraum sind indirekt, außerhalb direkt; eine gelbe Karte bringt zwei Minuten Zeitstrafe.

Rasenradball wird im Sommer sechs gegen sechs auf einem halben Fußballfeld mit einem Fußball der Größe 5 gespielt – die älteste Spielform, mit eigenen Weltmeisterschaften von 1930 bis 1935.

Häufige Fragen

Wer ist Weltmeister im Radball?

Weltmeister 2025 sind Raphael Kopp und Bernd Mlady aus Deutschland. Rekordweltmeister sind die Brüder Jan und Jindřich Pospíšil aus der Tschechoslowakei mit 20 Titeln zwischen 1965 und 1988. Alle Weltmeister seit 1930 stehen in unserer Liste.

Wie lange dauert ein Radballspiel?

Zweimal 7 Minuten bei Elite und U23 plus höchstens 2 Minuten Pause – nach etwa einer Viertelstunde ist ein Spiel vorbei. Junioren spielen zweimal 6, jüngere Klassen zweimal 5 Minuten. Die Uhr wird nur bei Verwarnungen, Verletzungen und Unklarheiten angehalten.

Wie viele Leute spielen Radball?

Auf dem Feld zwei gegen zwei; im Fünfer-Radball fünf gegen fünf. Gespielt wird der Sport vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Frankreich und Belgien, zunehmend auch in Japan, Hongkong und Malaysia – allein in Deutschland in Hunderten von Vereinen.

Was ist Radball?

Radball ist Fußball auf dem Fahrrad: zwei gegen zwei in der Halle, der Ball wird nur mit dem Rad oder dem Kopf gespielt. Erfunden 1883 in den USA, seit 1930 mit Weltmeisterschaften; international heißt der Sport cycle-ball. Mehr zur Geschichte und zum Spiel.

Darf man den Ball mit der Hand spielen?

Nein – nur der Torwart, und nur im eigenen Strafraum mit beiden Rädern im Strafraum und beiden Füßen auf den Pedalen. Absichtliches Handspiel im Feld kostet einen 4-m-Ball.

Was passiert, wenn ein Spieler den Boden berührt?

Er ist nicht mehr spielberechtigt und muss hinter seine eigene Torlinie fahren, bevor er den Ball wieder berühren darf. Greift er vorher ein, gibt es Freischlag, im eigenen Strafraum 4-m-Ball.

Was ist der Unterschied zwischen Freischlag und 4-m-Ball?

Der Freischlag bestraft Vergehen außerhalb des Strafraums und wird vom Tatort ausgeführt, der Gegner hält 4 Meter Abstand. Der 4-m-Ball bestraft Vergehen im eigenen Strafraum und grobe Fouls: Schütze gegen Torwart, direkt aufs Tor, nur ein Schuss.

Quellen: UCI Cycling Regulations, Teil 8 Hallenradsport, Kapitel VII–IX Radball (Stand 1. Januar 2026, PDF bei der UCI); für Fünfer- und Rasenradball die Reglements von BDR und RKB Solidarität. Ohne Gewähr – im Zweifel gilt das Reglement. Weiterlesen: Radball-Glossar · alle Weltmeister seit 1930 · Radball-WM 2026 · Radball-News.