Radball-WM in Ludwigsburg: Männer ohne Titelverteidiger, Frauen mit Wolf/Holzer
Die Hallenradsport-WM in Ludwigsburg ist laut UCI die 89. Auflage; vom 30. Oktober bis 1. November werden dort sieben Titel vergeben, zwei davon im Radball. Bei den Männern spielen seit 2025 die acht bestplatzierten Teams in einer Elite League, die übrigen Nationen in einer Challenger League um den Aufstieg. Titelverteidiger gibt es diesmal keine: Bernd Mlady und Raphael Kopp, Weltmeister von 2024 und 2025, haben ihre Laufbahn beendet. Ihr letztes WM-Finale gewannen sie 2025 in Göppingen mit 6:2 gegen Patrick Schnetzer und Stefan Feurstein aus Österreich.
Das österreichische Duo wurde 2024 und 2025 jeweils Vizeweltmeister. Der Dornbirner Torhüter Schnetzer hat seit 2011 acht WM-Titel gesammelt, an der Seite von Dietmar Schneider, Markus Bröll und seit 2021 Feurstein. Ein Sieg in Ludwigsburg wäre sein neunter und der erste für Österreich seit 2022.
Frauen spielen seit 2023 um den WM-Titel, alle drei bisherigen Turniere gewann Deutschland. In Ludwigsburg treten Judith Wolf und Danielle Holzer als Titelverteidigerinnen an. In Göppingen blieben sie 2025 ungeschlagen, kassierten in vier Partien drei Gegentore und gewannen das Endspiel gegen die Schweizerinnen Sava Baumann und Chiara Dotoli mit 6:1; Bronze ging an Sayaka Tokuhiro und Nana Yamashita aus Japan. In diesem Jahr gibt es für Frauen zudem erstmals einen eigenen UCI-Weltcup.
Der Überlieferung nach bestritt der in Deutschland geborene Kunstradfahrer Nick Kaufmann 1883 im US-amerikanischen Rochester mit John Featherly die erste Partie, gespielt mit einem Poloball; 1901 stellten die Berliner Kunstradfahrer Paul und Otto Lüders den Sport in Deutschland vor. Bei der ersten WM 1930 in Leipzig siegte Deutschland im Zweier in der Halle und Frankreich im Sechser auf Rasen, heute erkennt die UCI nur noch die Hallenvariante mit zwei Spielern an. Rekordweltmeister sind Jan und Jindřich Pospíšil aus der Tschechoslowakei mit 20 Titeln zwischen 1965 und 1988, im ewigen Medaillenspiegel liegt Deutschland mit 35 Goldmedaillen vorn. Gespielt wird mit Vorder- und Hinterrad oder dem Kopf auf einem 14 mal 11 Meter großen Feld mit Toren von zwei mal zwei Metern, eine Partie dauert zweimal sieben Minuten.